Im deutschen Excel ist das Komma das Dezimaltrennzeichen - ein Betrag wie "12,50" würde mit Komma als Feldtrenner falsch interpretiert. Deshalb hat sich das Semikolon als de-facto CSV-Separator etabliert. Das ist keine offizielle Banking-Norm, sondern eine historische Excel-Konvention, die sich in Bankexportsystemen festgesetzt hat.
CSV, MT940, CAMT.053: Was hinter den Exportformaten deiner Bank steckt
Warum kein deutsches Kreditinstitut die gleiche Exportdatei liefert - und was ein SWIFT-Format aus der Telex-Ära damit zu tun hat.
Warum deutsche Banken keine einheitlichen CSVs exportieren
CSV ist kein Bankenstandard. Keine Regulierungsbehörde - weder BaFin noch Deutsche Kreditwirtschaft noch die EU - schreibt vor, wie eine Bank ihre Umsätze als CSV zu exportieren hat. Was Feldnamen, Trennzeichen, Zeichenkodierung und Spaltenreihenfolge angeht, entscheidet jedes Haus selbst.
Das Ergebnis: Die ING benennt das Datumsfeld "Buchung", die Sparkasse "Buchungstag". Die DKB umschließt alle Felder in Anführungszeichen, andere Banken nicht. Gleiches Feld, anderer Name, andere Struktur - bei jeder Bank.
Das ist keine technische Nachlässigkeit, sondern das Ergebnis fehlender Standardisierung in einem Bereich, den niemand für regulierungswürdig hielt. CSV-Exporte für Privatkunden entstanden als Komfort-Feature - gedacht, um Daten in Excel zu öffnen, nicht um sie maschinen-übergreifend zu verarbeiten.
Hinzu kommt: Viele Banken machen den CSV-Export nicht leicht zu finden. Mobile-first Neobanken bieten ihn oft ausschließlich im Web-Browser an, nicht in der App. Wer seine Daten selbst kontrollieren will, muss aktiv danach suchen.
MT940: Das SWIFT-Format aus der Telex-Ära
Das Format MT940 stammt aus den späten 1970er Jahren. SWIFT - das Netzwerk für internationale Finanznachrichten - entwickelte es als elektronischen Ersatz für Telex-basierte Kontoauszüge im Interbanken-Verkehr. "MT" steht für Message Type, "940" bezeichnet die Kategorie: Kontoauszug am Tagesende.
MT940 hat technische Einschränkungen, die seinem Alter geschuldet sind. Umlaute werden inkonsistent behandelt, lange Verwendungszwecke werden abgeschnitten, und jede Bank hat im Laufe der Zeit eigene Erweiterungen eingebaut - was das Format von Institut zu Institut leicht verschieden macht.
Dass das Format 40 Jahre überlebt hat, liegt nicht an seiner technischen Qualität, sondern an dem, was darum herum gewachsen ist. Buchhaltungssoftware, Bankingsysteme und Firmenkunden-Tools - jahrzehntelang auf MT940 ausgerichtet. Banken begannen erst 2025 flächendeckend, MT940 abzuschalten und durch CAMT.053 zu ersetzen.
CAMT.053: Was nach MT940 kommt
CAMT steht für Cash Management und ist Teil des ISO-20022-Standards - des internationalen Nachfolgers der älteren SWIFT-MT-Formate. CAMT.053 beschreibt Kontoauszüge im XML-Format: strukturiert, mit vollständiger Zeichenunterstützung und deutlich mehr Detailtiefe als MT940.
Was CAMT gegenüber MT940 kann: strukturierte Empfänger- und Absenderinformationen, vollständige Verwendungszwecke ohne Zeichenbeschränkung, standardisierte Transaktionscodes. Wenn eine Bank diese Daten in eine flache CSV presst, geht genau dieser Detailgrad verloren - CSV ist das Format mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner.
Die Deutsche Kreditwirtschaft hat CAMT.053 als Pflichtstandard für elektronische Kontoauszüge festgelegt. Für die meisten Privatkunden ist das vorerst unsichtbar: Consumer-Banking-Portale bieten CSV und PDF an. CAMT-Export ist bisher vor allem im Firmenkundenbereich verbreitet.
Parallel dazu hat PSD2 ein viertes Format etabliert: Wenn Finanz-Apps wie Finanzguru oder Outbank Kontodaten abrufen, erhalten sie von der Bank JSON-Daten - strukturiert, maschinenlesbar, in Echtzeit. Für Privatkunden gibt es diesen Weg nicht direkt: Der Zugang läuft über regulierte Schnittstellen, die nur lizenzierten Drittanbietern mit BaFin-Zulassung offenstehen. Kein Online-Banking-Portal bietet einen "Als JSON herunterladen"-Button - JSON ist für Software gebaut, nicht zum Öffnen in Excel. Wer seine Kontodaten selbst exportiert, bleibt bei CSV, PDF oder MT940.
Buchungsdatum und Valutadatum: Warum Kontoauszüge zwei Daten enthalten
Fast jeder Kontoauszug-Export enthält zwei Datumsfelder: Buchungsdatum und Valutadatum. Sie bedeuten nicht dasselbe.
Das Buchungsdatum ist der technische Verbuchungstag - wann die Bank die Transaktion intern auf dem Konto erfasst hat. Das Valutadatum ist der Tag, ab dem der Betrag tatsächlich verfügbar ist oder zinswirksam wird. Bei einer Überweisung am Freitag kann das Valutadatum erst auf den nächsten Montag fallen.
Die Unterscheidung kommt aus dem Unternehmensbanking, wo Zinsberechnung auf Tagesbasis stattfindet. Für private Haushaltsbücher ist das Buchungsdatum fast immer die richtige Wahl - es spiegelt wider, wann die Ausgabe tatsächlich stattgefunden hat.
Semikolons, Zeichenkodierung und unsichtbare Bytes: Warum Bank-Dateien sich unterscheiden
Drei Besonderheiten machen Bank-CSVs uneinheitlich - und alle drei lassen sich historisch erklären.
Semikolon statt Komma: Im deutschen Excel ist das Komma das Dezimaltrennzeichen. Ein Betrag wie "12,50" würde mit Komma als Feldtrenner falsch gelesen werden. Deutsche Banken exportieren deshalb semikolongetrennte Dateien - nicht nach offiziellem Standard, sondern nach der Logik: Doppelklick soll die Datei in Excel korrekt öffnen.
Zeichenkodierung: Bei manchen Banken - vor allem Sparkassen - werden Umlaute nach dem Import in Haushaltsbuch-Apps falsch dargestellt oder als Fragezeichen angezeigt. Der Grund: Viele Bankexporte wurden in den 1990ern für Windows-Software entwickelt, die ein älteres Zeichenformat verwendete. Manche Banken haben das bis heute nicht aktualisiert.
BOM (Byte Order Mark): Einige Banken setzen ein unsichtbares Byte-Präfix an den Anfang ihrer Exportdateien, damit Excel die Zeichenkodierung erkennt. Andere lassen es weg. Importprogramme, die dieses Prefix nicht erwarten, stolpern darüber - Umlaute werden falsch dargestellt oder Importe schlagen fehl, obwohl die Datei technisch korrekt ist.
Wer mit CSV auskommt - und warum das reicht
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Warum Haushaltsbuch-Apps trotzdem auf CSV setzen
MT940 und CAMT.053 sind technisch reichhaltiger als CSV. Für private Budgetplanung spielt das kaum eine Rolle.
CSV ist das einzige Format, das praktisch jede deutsche Bank im Consumer-Online-Banking anbietet. Es ist menschenlesbar, in einem Texteditor überprüfbar und unabhängig von Banking-Protokollen. Wer keinen PSD2-Kontozugriff einrichten will, kommt mit CSV aus.
CashCat ist für diesen Workflow gebaut: Die App erkennt das Format deiner Bank automatisch - Trennzeichen, Zeichenkodierung, Spaltennamen - und merkt es sich für den nächsten Import. MT940 und CAMT werden nicht unterstützt, weil Consumer-Banking-Portale diese Formate kaum anbieten. Was ankommt, ist fast immer eine CSV - mit Semikolon, manchmal alter Zeichenkodierung, manchmal mit BOM.
Häufige Fragen zu Bankexport-Formaten
Das Buchungsdatum zeigt, wann eine Transaktion technisch auf dem Konto verbucht wurde. Das Valutadatum beschreibt, ab wann der Betrag zinswirksam oder wirtschaftlich verfügbar ist - das kann bei Wochenenden oder internationalen Überweisungen abweichen. Für private Haushaltsbücher ist das Buchungsdatum in der Regel die richtige Wahl.
CSV ist kein standardisiertes Bankenformat - keine Regulierungsbehörde schreibt Feldnamen, Reihenfolge, Zeichenkodierung oder Trennzeichen vor. Jede Bank hat ihre Exportfunktionen unabhängig entwickelt, historisch optimiert für Excel und legacy Desktop-Software, nicht für Interoperabilität.
Technisch ja: CAMT.053 ist XML-basiert, unterstützt Unicode und überträgt strukturierte Metadaten, die MT940 nur eingeschränkt darstellen kann. Deshalb ersetzen Banken MT940 schrittweise durch CAMT. Für private Haushaltsbücher bringt der Mehrgehalt aber selten praktischen Nutzen - CSV bleibt dort die zugänglichere Wahl.
Nein. JSON-Kontodaten werden über regulierte PSD2-Schnittstellen übertragen, die ausschließlich lizenzierten Drittanbietern mit BaFin-Zulassung offenstehen. Technisch wäre ein JSON-Download kein großer Aufwand, aber Banken haben wenig Anreiz, Kundendaten leicht portabel zu machen, solange kein Regulator es vorschreibt. Das zeigt sich auch beim CSV-Export: Viele Banken verstecken ihn tief in der Navigation, und mobile-first Neobanken wie N26 bieten ihn ausschließlich im Web-Browser an, nicht in der App. Datenportabilität ist kein Verkaufsargument für Banken.
Nein - CashCat konzentriert sich auf CSV-Importe, weil CSV praktisch von jeder deutschen Bank im Online-Banking exportiert werden kann und für private Budgetplanung ausreicht. MT940 und CAMT.053 werden vor allem in Enterprise-Banking-Kontexten genutzt. Unterschiede bei Spaltennamen, Zeichenkodierungen und Trennzeichen gleicht CashCat automatisch aus.